Angstzustände - wie du Ängste verstehen, würdigen, begrenzen kannst

Aktualisiert: 1. Mai



Angst begleitet uns Menschen seit der Geburt und hat eine wichtige Funktion. Wenn Angst über die natürlich Warnfunktion und Einladung, sich mit dem Unbekannten auseinanderzusetzen, hinausgeht, wird Angst als einschränkend erlebt. Vorliegender Blog beschreibt das Phänomen Angst in allen ihren Ausprägungen und zeigt Möglichkeiten im Umgang mit der Angst. Ich lade dich ein, die Informationen mit deinen eigenen Erfahrungen zu vergleichen und dann zu entscheiden, was für dich oder dein Thema nützlich ist. Ich bin aber mir sicher, das das eine oder andere für Dich brauchbar ist.


Vorab gilt es zu wissen:


Angst ist das Natürlichste auf der Welt

Sie darf und muss da sein. Erst wenn die Angst ein Ausmass übersteigt, dass sie das Leben einschränkt, so wie wir es leben wollen, sollte sie genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu folgender Blog. Im ersten Teil kommen Ausführungen zum Ursprung und Aktivierung der Angst. Im unteren Teil kannst Du die vielen Ansatzpunkte finden, wo angesetzt und die Angst reguliert werden kann.


DAS ANGSTSYNDROM

Angst ist ein tief verwurzeltes Gefühl, das uns mit seiner Alarmfunktion vor Gefahren warnen soll. Sie sorgt für erhöhte Vorsicht und mobilisiert den Körper und Geist und versetzt so den Menschen in eine erhöhte Abwehr- oder Fluchtbereitschaft (Kampf-oder-Flucht-Reaktion). Soweit eine (überlebens-)wichtige Funktion. Kommt die Angst jedoch auch bei Situationen vor, von denen keine Gefahr ausgeht, dann ist sie unangemessen und engt uns dann in unserer Lebensqualität ein. In diesem Zusammenhang spricht man von irrationalen Ängsten. Die Angst wird damit zu einer Belastung, da sie losgelöst von einer konkreten Gefahrensituation empfunden wird. So trauen sich z.B. einige Menschen nicht ohne Begleitung aus dem Haus, auf große Plätze. Sie gehen nicht in ein Flugzeug, über eine Brücke und vieles mehr. Andere Personen haben sehr große Furcht vor Wesen und Objekten wie Hunden, Spinnen, Flüssen, Pferden etc. Sie gehen ihnen gezielt aus dem Weg. Und da gibt es andere Menschen, die werden scheinbar aus heiterem Himmel von heftigen Herzrasen, Atemnot, Schwindel und dergleichen befallen und realisieren erst viel später, dass damit eine akute Angst oder Panik in Zusammenhang steht. Leute leiden auch unter Verlustängsten, obwohl es dafür gar keinen Grund gibt. Schliesslich kann man auch Angst vor der Angst haben, also bereits der Gedanke an das Gefühl der Angst löst Angst aus. Die Angst hat sich verselbständigt.


Wie die Angst empfunden wird, ist sehr unterschiedlich und individuell. Emotional besteht oft ein Gefühl der Ängstlichkeit und Misstrauen bis hin zu stärkeren Angstzuständen. Auf der kognitiven Ebene (Gedanken) zeigen sich schwer korrigierbare Befürchtungen, Gedankengrübeln bis hin zu Katastrophengedanken. Körperlich können eine Vielzahl von körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Atemnot, Zittern, Herzklopfen, Übelkeit oder Schwindel auftreten. Motorisch wird die Angst begleitet von Anspannung und innerer Unruhe sowie in Extremfällen dem Gefühl vor Angst erstarrt zu sein. Das Gute daran: Sie erfüll(t)en eine wichtige Funktion und können verändert werden! Wenn Angst zu häufig und zu heftig in Erscheinung tritt, dann raubt dies Lebensfreude und führt zu einer Lähmung oder (lähmenden) Übererregung.


Es ist menschlich und verständlich, dass viele Menschen ihre Angst in sich hineinfressen, sie unterdrücken sie mit Alkohol oder lenken sich von ihr ab (Fernsehen, übermäßiger Sport und vieles andere).

Oft wird sie ungewollt zum Lebensmittelpunkt, um den sich die Gedanken kreisen. Das zu erkennen, kann ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Ängste sein.


Die Angst ist aber nicht nur ein Leid oder ein lästiges Symptom, sondern auch ein Motor für Veränderungen.

Denn sie tritt ebenfalls in wichtigen Entscheidungssituationen, Ambivalenzkonflikten (Zwiegespaltenheit) und an Weggabelungen des Lebens auf: »Soll ich hierhin gehen oder dorthin? Soll ich dies tun oder das? Eigentlich will ich dies, müsste aber das, …?« Die positive Kehrseite der Angst ist somit Vorsicht, was der Motor für Kreativität sein kann. Wie das? Folgendes: Wir Menschen sind ja ängstlich, weil wir eine Situation und deren Folgen nicht oder nicht abschätzen können. Und das macht uns Menschen Angst, auch im Sinne von Vorsicht. Und damit der Mensch das merkt, lässt ihn sein Frühwarnsystem Angst fühlen. Damit wir Menschen dem Unbekannten begegnen und neue Wege / Finden vermögen, dem Umbekannten zu begegnen, werden wir Menschen sehr kreativ. Wir nutzen die Kreativität oder Kraft des mysteriös Schöpferischen / des Magischen, um eine unbekannt Situation kennenzulernen und zu meistern bzw. damit umzugehen lernen. Und das beruhigt. Wer also Angst nicht entstehen lässt, verdrängt, blockiert gleichzeitig das Vermögen, mit dem Unbekannten in kreativer Weise umgehen zu lernen.


Wo und wie wird die Angst erzeugt?

Es ist wohlbekannt, dass Angst in Maßen oder in der passenden Situation ein wichtiges und natürliches Phänomen ist. Wie bereits erwähnt macht es vorsichtig, lenkt die Aufmerksamkeit (die Sinne, unsere Wahrnehmung, unsere Imaginationen, unser Denken bis hin zum Grübeln) auf mögliche Gefahren und bereitet unseren Körper auf die Gefahrensituationen vor.


Unser Angstzentrum: Die Amygdala


Die Amygdala ist im Gehirn für die sehr schnelle Aktivierung von Emotionen zuständig. So kann auf ein Bild, einen Geruch oder Ähnliches im Bruchteil einer Sekunde eine intensive Emotion wie die Angst auslösen, wenn sie früher auf diesen Reiz programmiert wurde und Ähnlichkeiten zum Regististrierten wahrnimmt. Im Fall der Angst kann durch einen Schlüsselreiz eine heftige Panikreaktion oder ein fürchterlicher Schreck ausgelöst werden. Das ist dann dem Großhirn – als Sitz unseres Bewusstseins und rationalen Denkens – noch gar nicht aufgefallen. Dem Großhirn ist der Schlüsselreiz ebenso unbewusst wie die Tatsache, dass - und das ist wichtig zu wissen - es in der Amygdala eine entsprechende Programmierung bzw. Lernerfahrung gibt. Das Gute daran: Angstprogramme haben wir also erlernt und können daher auch wieder verändert werden.

In der nachfolgenden Pyramidengrafik kannst Du genau diesen Ablauf ablesen (Ebene Umgebung und Verhalten = Schlüsselreiz aus der Umgebung und Reflex). Ein Schlüsselreiz in der Umgebung löst ein Verhalten, eine Reaktion, ein Reflex aus. Ist der Reiz an eine negative Reaktion, Gefühl, Gedanke gekoppelt, dann empfinden wir das als belastend.




Hier kann ein Coaching oder ein Hypnocoaching ansetzen, indem man den Schlüsselreiz sowie das Verhalten und ggf. sein Ursprungsereignis bewusst macht und anders abspeichert.

Jetzt ist es zudem so, dass Angstreaktionen, die in der Amygdala gestartet werden, sekundär zu Gedanken im Großhirn führen. Es werden Katastrophenideen konstruiert oder Gedankenschleifen ins Rollen gebracht. Dies alles wiederum kann die Aktivität der Amygdala weiter anregen (oder auch senken).


Auf der anderen Seite können auch Gedanken aus dem Großhirn die Amygdala zu emotionalen Angstreaktionen anregen.


Wenn wir beispielsweise lange über den Krieg in der Ukraine oder den Coronavirus nachdenken, wird die Amygdala immer stärker aktiviert und so entstehen aus Gedanken angstvolle Emotionen, aus denen sich ein Kreislauf ergeben kann, der sich gegenseitig verstärkt. Auch der Körper kann auf die Amygdala wirken, z.B. durch eine Herzrhythmusstörung. Das wird dann von Betroffenen oft als sehr willkürlich wahrgenommen, verständlicherweise, da ja ein Trigger, eine Angst auslösende Situation fehlt. Handkehrum kann die Aktivität oder Reizschwelle des Stammhirns, der Amygdala durch körperliche Veränderungen beeinflusst werden: Atemtraining, Entspannungstraining, Yoga, Meditation und Ähnliches beruhigen auch (nicht nur!) über ihre körperlichen Folgen den komplizierten Regelmechanismus. Deshalb sollten Sport, Meditation, Yoga und Ähnliches bei Angstbeschwerden immer als erstes ins Auge gefasst werden. Die körperlich-mentale Entspannung führt zu einer Senkung der Reiz- und Angstschwelle u.a. im Stammhirn. Was bedeutet: Wer weniger gestresst ist, bekommt weniger leicht eine Panikattacke oder einen Angstanfall. Sport ist eine der wirksamsten Hilfen in der Therapie von Angststörungen. Manche sind auch der Ansicht, dass auch eine sinnvolle Veränderung der Ernährung und der Lebensgewohnheiten (wann und was Fernsehen, wann essen und vieles andere) bewirken oft mehr als Medikamente.


Es besteht eine Wechselwirkungen zwischen Körperfunktionen, der Amygdala als emotionalem (unbewussten) Schnellstartzentrum des Gehirns sowie dem Großhirn als Sitz (teilweiser) bewusster Gedanken sowie der Reflexion zusammen.

Im Coaching oder im Hypnocoaching können wir nun einerseits mit den unbewussten Grundprogrammen in der Amygdala arbeiten, die zu bestimmten emotionalen Reaktionen führen. So wir können beispielsweise durch ein Imaginationstraining bisherige Schlüsselreize entkräften oder verändern. Das ist eine typische rechtshirnige Arbeit mit jener Hirnseite, die eher für Ahnungen, Emotionen, Bilder, holistische und »unlogische« Prozessabläufe zuständig ist. Andererseits können wir im Coaching und Hypnocoaching an den eher bewusstseinsfähigen Gedankenstrukturen und Gedankeninhalten arbeiten, die eher linksseitig im Großhirn nach einer Amygdala-Aktivierung folgen oder die zuerst entstehen und dann zu einer emotionalen Reaktion mit Hilfe der Amygdala führen. Hier geht es um Veränderung von Glaubenssätzen, persönlichen und gesellschaftlichen Werten, deren Biographie und vieles Mehr.


Es gibt ganz unterschiedliche Methoden und Ansätze, mit welchen wir an der Angstbelastung wie oben beschrieben arbeiten können.

Bewährt haben sich ca. drei Sitzungen, manchmal weniger, manchmal weniger, um nachhaltige Wirkung zu erzielen. So erhälts Du wieder Sicherheit und Selbstvertrauen, um Deinen weiteren Lebensweg ohne Ängste in Angriff zu nehmen.


Arbeit direkt am Angstgefühl

Wir kennen das alle: Wenn wir sehr emotional unterwegs sind, dann sind wir sehr fokussiert und Einsicht und Verhaltensänderung sind dann nicht möglich (z.B. Streit mit dem Partner). So verhält es sich auch mit Angstzuständen. Sofern Klienten stark affektiert sind, ist zunächst auf der Gefühlsebene anzusetzen.

Klopfen


Äusserst effektiv sind die Klopftechniken.

Beim Klopfen werden Akkupressurpunkte beklopft, während man gleichzeitig an die angstauslösende Situation denkt und diese fühlt. Durch die Reizüberflutung wird das aktivierte neuronale System, das das Gefühl von Angst verursacht, überflutet und überlastet und es muss seine Aktivität aufgeben. Eine sehr wirkungsvolle Kurztherapie bei vielen Angststörungen, welche rasch wirkt und schnell erlernt werden kann. Das durch das Klopfen entstandene Vakuum wird mit positiven Suggestionen oder lohnenden Visionen gefüllt. Sehr zu empfehlen!


NLP: Submodalitätenarbeit, Seitenverschiebungen, Bewegungsänderung, Zeitlupe und alternatives Ende.

Obwohl es sich »nur« um kleine Tricks aus dem Werkzeugkasten des NLP und ähnlicher Ansätze handelt, sind diese kleinen mentalen Übungen – gut erklärt und eingeübt - für Angst-, Panik- und Phobienbetroffenen sehr hilfreich. Sie unterbrechen erlernte Muster über die Veränderung der mit der Angst verbundenen Bilder, Gedanken, Gefühle, Gerüche etc. und behindern dadurch den üblichen Gedankenablauf mit den entsprechenden negativen Gefühlen, der die Störung produziert und aufrechterhält. Dabei entstehen wichtige Aha-Momente, in denen der Klient lernt, dass er nicht Opfer seiner Störung ist, sondern sie selbstwirksam beeinflussen kann:

• Submodalitätenarbeit: Wenn das Bild, das Geräusch, der Gedanke (der Angst) groß ist, wird es klein gemacht, was bildlich deutlich scharf ist, wird verschwommen gemacht, was nah ist, wird in die Ferne geschoben, was farbig ist, wird schwarz-weiss gemacht, was laut ist, wird leise gemacht und vieles andere mehr.

• Seitenwechsel: Gedanken, innere Stimmen, Bilder oder anderes, die auf einer Seite auftauchen, werden auf die andere Seite verschoben. Ihre übliche Wirkung fällt dann meist weg. Sehr bewährt hat sich die Gummiband- oder Bohnenübung: Hier werden die Bohnen oder das Gummiband bei jedem Gedanken oder Angstgefühl die Seite gewechselt. Dies sensibilisiert und trägt mit der Zeit zu einer enormen Angstreduktion bei.

• Zeitlupe: Ein aus dem NLP stammende Methode, wo die imaginierte Angstszene stark verlangsamt wird. Dies hilft deshalb, weil Angstzustände von den meisten Menschen als schnelle Bild-, Gedanken und Gefühlsabfolge abgespeichert sind bzw. erlebt werden.

• Alternatives Ende: Manche Katastrophenszenen oder Bilder verlieren ihre Macht, wenn sie auf kreative Weise imaginativ neu geschrieben werden. Vor allem noch jüngere Menschen haben und nutzen die Fähigkeit, Angst auslösende Situationen gedanklich umzuschreiben. Leider haben wir Erwachsene diese Fähigkeit (back-pacing) oft verlernt oder vergessen, was wieder in Erinnerung gerufen werden kann. Zusammen mit einer Biographiearbeit z.B. in Trance können hervorragende Ergebnisse erzielt werden.


Hypnose ist ein bewährtes Mittel gegen Angst.

Ängste sind oft logisch nicht erklärbar und können auch nicht mittels dem Verstand kontrolliert werden. Das weiss jeder davon Betroffene nur zu gut. Ängste entspringen aus unserem Unbewussten. Und das ist der Grund, weshalb eine Hypnosetherapie bei Ängsten resp. Hypnose gegen Auftrittsangst, Hypnose gegen Redeangst, Hypnose gegen Prüfungsangst, Hypnose gegen Verlustangst, Hypnose gegen Flugangst, Hypnose gegen Verlustangst etc. eine bewährte Behandlungsmethode darstellt.


Die nachfolgenden Ansätze werden deswegen meist in Hypnose, d.h. in leichten Trancezuständen, durchgeführt, so wie beim Yoga, Meditation, beim Lesen oder Ähnliches: Während ein Teil von Dir völlig präsent und wach ist, ja sogar mit dem Coach spricht, und es wird viel gesprochen, ist ein anderer Teil am Träumen, Denken, was für die Veränderung gerade gut ist. Das ist Hypnose.


Erkunden des unbewussten Bedürfnisses oder Ambivalenzkonflikts:

In Trance können wir z.B. durch die Stellvertretertechnik (Person, Wesen, Landschaft) herausarbeiten, was die Angst eigentlich sicherstellen soll: Auf welches zugrundeliegende Bedürfnis verweist Deine Angst? Vor welcher schwierigen Entscheidung soll sie schützen? Wofür ist die Angst aktuell noch erforderlich, um etwas Wichtiges sicherzustellen (was ist der sekundäre Gewinn)? Was bräuchte man, damit die Angst abgelöst werden kann? Was könnte man tun? Wie könnten die Veränderungen stattfinden? Mit der Erkundung und Aufdeckung des Grundbedürfnisses oder eines inneren Konfliktes, der diesbezüglichen Annahmen, ja auch in Trance wird viel miteinander gesprochen, wandelt sich das Gefühl der Angst z.B. in Kreativität oder Entschlossenheit.


Was ist die Amygdala – was ist Großhirn:

Wie oben dargelegt, werden Gefühl der Angst von der Amygdala ausgelöst, wenn ein Reiz ein abgespeichertes Reaktionsprogramm, Säbelzahntiger, schnelle Autos, Steinschlaggeräusche, ausgelöst werden. Diese können ja durch ein imaginatives Training umgelernt werden, indem etwa ungünstige Bilder der Ursprungsszenen auf positive Weise neu imaginiert werden. Oder zuvor negative Bilder werden im Zustand gelöster Entspannung imaginiert, damit die programmierte Verbindung von Bild und panischer Körperreaktion verlernt wird. Oder es können gleichzeitig die begleitenden Gedanken und deren Folgeimaginationen umstrukturiert und auch veränderte Körperreaktionen und –haltungen eingeübt werden (ruhiges Atmen, andere Körperhaltung und Ähnliches). Andererseits kann die Angst durch Grübeleien und Katastrophengedanken im Großhirn hervorgerufen wird, welche ab einem gewissen Mass die Amygdala aktivieren. Hier kann man durch Umstrukturierung der Denkstrukturen, Wertungen etc. Angst entgegenarbeiten.

Prophylaxe – auf Frühwarnzeichen des Körpers achten:

Es kommt vor, dass Angst wie aus heiterem Himmel einschießt. Dabei kündigt die Angst sich durch Gefühle im Leib bereits schon vorher an. Ebenso gibt es Gedanken oder Veränderungen der Atmung und Körperspannung, die vorher auftreten. Um solche Frühwarnsignale zu erkunden, kann z.B. in Hypnose oder inneren Vorstellung auf einem Zeitstrahl vor eine aktuelle Angstsituation gereist werden. Im nächsten Schritt kann darauf hingearbeitet werden, die Angstsymptomatik überflüssig zu machen, z.B. welches Bedürfnis dahinter auf andere Weise befriedigt werden kann.


Arbeit mit inneren Stimmen:

Welcher innere Teil ist für die Angstsymptomatik zuständig? Wofür meint er es (gut), so handeln zu müssen? Was stellt er damit sicher? Wann und wo hat er dies gelernt? Was braucht er, um anders wirken zu können? Teilearbeit geht am besten in leichter Trance und Versprachlichung der Gedanken und Körperempfindungen.


Eine mögliche biografische Ursachensituation auflösen

In einer sogenannten Regressionsarbeit wird in der ursächlichen (bis dahin unbewussten) Situation gearbeitet, welche in der Amygdala abgespeichert wurde: Hier wird der innere Anteil, meist metaphorisch dargestellt durch das innere Kind, kann aber auch der ängstliche Teil oder so genannt werden, wird über Fehlbewertungen informiert und mit Ressourcen in Kontakt gebracht. Darauf werden nachfolgende biografische Szenen in derselben Weise aufgelöst (back-pacing) und es wird getestet, ob die Auflösung auch für eine gegenwärtige (test-it) oder künftige Situationen greift (future-pacing). Viele einfache Phobien, die auf ein unbewusstes Schlüsselereignis in der Biografie zurückgehen, können so in nur einer Sitzung wirkungsvoll therapiert werden.


Genen die meisten Angststörungen ist die Biographiearbeit resp. die Arbeit an der Ursprungssituation die mächtigste und effektivste Methode.

Das Gefühl von entspannter Sicherheit verändert Fühlen, Denken und Werten:

Eines der Grundgesetze der Hypnosearbeit besagt, dass Menschen nicht zwei unterschiedliche mentale Zustände, wie Panik und gelassene Entspannung, gleichzeitig einnehmen können. Daher bauen wir mit Dir eine verlässliche Distanzierungskompetenz auf, wie einen sicheren Ort, Ort der Ruhe und Kraft, die Perspektive von Weisheit und Kraft und vieles mehr. Damit kann die Angst- oder Panikattacke gut begegnet werden. Auch kann man von solchen Orten, da in Sicherheit und Wohlgefühl, zu neuen Situationsbewertungen, inneren Sätzen und Mustern gelangen.


Ruhe und Gelassenheit mit Ritualen erinnern (ankern):

Der Ort der Ruhe und Gelassenheit oder Sicherheit sowie die geistige Haltung der Achtsamkeit und Akzeptanz, gepaart mit einer ruhigen Atmung, einem aufrechten Stand (in der Visualisierung), einem ruhigen Fluss der Gedanken und einer Sanftheit der Gefühle, mit ruhiger und kräftiger Atmung und gleichmäßigem Puls, … können durch Gesten und Rituale erinnerbar und abrufbar werden. Die posthypnotische Vereinbarung ist dann: Wann immer der erlernte Anker ausgeführt wird, tritt dieser Gesamtzustand ein. Solche Aktivierungen werden dann über viele Ebenen eingelernt, visuell z.B. durch ein Foto, Geräusche, Bewegungen, Erinnerung durch eingeweihte Personen. Im Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) spricht man von Multicodierung.


Negative innere Kommentare verändern:

Wie oben erklärt spielen in der Angstmatrix irrationale (wie beim Schmerz, der Depression, psychosomatischen Störungen und anderem übrigens auch) und angstverstärkende Gedanken eine wesentliche Rolle. Die inneren Stimmen und Sätze müssen nach und nach erkannt, relativiert und verändert werden. Wenn die positive Absicht hinter einer Angststörung erkannt wurde, können ungünstige Sätze sogar so positiv umgeformt (refraimt) werden. Oder Gedanken können z.B auf lächerliche Figur projiziert werden, beispielsweise ein Heinzelmännchen oder einen Frosch und dergleichen. Diese Figur kann in der Imagination auf quietschende Weise die Gedanken aussprechen, um deutlich zu machen, dass diese Gedanken irgendwie und irgendwo existieren, dass sie aber nicht Bestandteil des eigenen Wesens sind. Gedanken habe ich, Gedanken bin ich aber nicht, heisst die Devise. Diese Art von Übungen des Vorüberziehens oder Projizierens ist im Buddhismus seit vielen Tausenden von Jahren bekannt und über Achtsamkeitsübungen trainiert (z.B. Meditation).


Die Körpersymptome realistisch einschätzen:

Feuchte Hände, heftige Atmung, Herzrasen und anderes, besonders bei Panikattacken treten viele körperlichen Stressreaktionen auf. Diese werden zu einem großen Teil durch die Wirkung des Hormons Adrenalin hervorgerufen, um körperliche und geistige Höchstleistungen zu erzeugen. Adrenalin wird aber ebenso auch bei heftiger Verliebtheit oder vor aufregend schönen Situationen ausgeschüttet. Du darfst Dich in Hypnose mit diesen Körpersymptomen wieder anfreunden. Wir verknüpfen mittels intensiven Imaginationen die Adrenalinausschüttung mit neuen schöneren Szenen. Diese Übungen dienen letztlich einer Neubewertung des allgemeinen Erregungsniveaus. Ein anderer achtsamkeitsbasierter Ansatz ist es, die Erregung einfach wahr- und anzunehmen, wie es z.B. im Buddhismus gelehrt wird: Angst ist weder gut noch schlecht, sondern einfach ein Körperempfindung.


Imaginativ wegstellen - weglegen:

Manchmal, aber nicht immer, kann es helfen, gewisse Ängste bzw. Angsterfahrungen (imaginativ) in Trance probeweise für eine gewisse Zeit wegpacken zu lassen oder z.B. in einem Tresor abzuschliessen. Denn wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass über 50 % der Probleme sich von selbst lösen (können). Dies ist nachvollziehbar, wenn man aus neuronaler Sicht bedenkt, dass negative wie auch positive Zustände, Gedanken etc. immer wieder aktiviert werden müssen, damit sie fortbestehen können. Auch wird durch diese Methode signalisiert, dass der Angst weniger Wert zuzumessen ist, wodurch die Angst an Gefühlsstärke verliert.


Spezielle hypnotherapeutische Methoden: Weiser innerer Heiler, Selbstheilung, Yager-Therapie:

Der allgemeine Zugang über »das Unbewusste« (oder wie man es auch immer nennt) ist eine sehr gute Möglichkeit, allgemeine Wirkfaktoren zu entfalten, wie Beziehungs- und Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeitsstärkung, Aktivierung von Selbstheilungskräften, Ich-Stärkung (ego-Strenghening) und ähnlichen Interventionen. Insbesondere die Yager-Therapie aus den USA ist ein einfacher sehr ressourcenorientierter Ansatz. Gerne kläre ich Dich im Kennenlerngespräch über die verschiedenen Methoden auf.


Die Du siehst, kann man an extrem vielen Stellen ansetzen, um das Phänomen Angst besser zu verstehen, einzudämmen und umzuprogrammieren etc. Oder gar positiv zu nutzen! Meistens braucht es eine Kombination der Ansätze, um Angstzuständen wirksam und nachhaltig zu begegnen. Ebenso wichtig sind die Übungen zwischen den Sitzungen, um das Erlernte in den Alltag zu integrieren. In der Praxis haben sich eine Session von ca. fünf Sitzungen bewährt.


Und ganz nebenbei lernst Du dabei Techniken zur Selbstanwendung, die Du auch bei anderen Blockaden, Ängsten, eigentlich bei jedem Lernfeld positiv einsetzen kannst.

Du hast beschlossen, dass du jetzt von deinem Problem endgültig genug hast und es ein für alle mal loswerden willst? Gerne unterstütze ich bei diesem Vorhaben. Meld Dich einfach für ein Kennenlerngespräch und entscheide selbst. Viele Klienten haben über eine Besserung Rückmeldung gegeben.


Oliver Streiff | Coach | Glarus, Freienbach SZ, Zürich

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